Die erste 24-Stundenübung der Blaulichtjugend

Am 11. Juli war es so weit. 6 Jugendliche der Jugendfeuerwehr Sankt Aldegund und 9 Jugendliche des Jugend-THW Zell, so wie 4 Betreuer, bezogen um 14:00 Uhr im Gerätehaus der freiwilligen Feuerwehr Sankt Aldegund ihr Quartier zur ersten 24-Stundenübung der Blaulichtjugend. Ziel und Hintergrund dieser Übung sollte es sein, dass die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte von morgen enger zusammenarbeiten. So können sie sich gegenseitig mehr in Übungen und Einsätzen einbinden und ergänzen, um die Hilfe für die Bevölkerung durch die verschiedenen Organisationen besser zu bündeln. Nach einem kurzen Kennenlernen, ging auch schon der erste Alarm ein:

 

Vermisst wird ein Waldarbeiter!

 

Durch eine Handyortung konnte das Einsatzgebiet grob eingegrenzt werden. Der Einsatzleiter richtete seine Einsatzzentrale auf einem nahegelegenen Waldplatz ein und koordinierte den Einsatz.

Vier Trupps, bestehend aus je 4 Jugendlichen und einem Erwachsenen, je mit einer entsprechenden Karte, einem Koodinatenfinder (Planzeiger) und einem Funkgerät ausgerüstet, suchten das in Frage kommende Areal ab. Für den Trupp, der den Waldarbeiter finden sollte, ergaben sich folgende Aufgaben:

 

1. den eigenen Standort auf der Karte finden

2. die Koordinaten herauslesen

3. an die Einsatzzentrale weiterleiten

4. Bedarfsmeldungen überlegen und absetzen (welche Helfer und welches Hilfmittel wird benötigt.)

5. Verletzungen des Waldarbeiters weiterleiten damit ein Notarzt alarmiert werden kann.

6. Einsatzgebiet eventuell für die Bergung vorbereiten.

Die Einsatzleitung musste nun die Meldung richtig aufnehmen, Notruf absetzen und die anderen Trupps mit den richtigem Hilfsmittel an die Einsatzstelle lotsen.

Für die anderen Trupps galt es die Koordinaten auf der Karte zu finden und sich dort hinzubegeben. Jetzt waren die einzelnen Ausbildungen der Kräfte gefragt.

eingeklemmter Waldarbeiter

     
Hebekissen im Einsatz  

Zum Einsatz kamen Hebekissen, weil der Waldarbeiter, nennen wir ihn Bob, bewustlos und mit diversen Verletzungen unter einem Baum eingeklemmt war. Mit einem Schleifkorb wurde Bob nach seiner Bergung und einer medizinischen Erstversorgung über eine Böschung abgeseilt. Jetzt konnte der zwischenzeitlich eingetroffene Notazt die weitere Maßnahmen ergreifen, so dass sich Bob wieder auf dem Weg der Genesung befindet.

     

Anschließend wurden die eingesetzten Fahrzeuge wieder aufgerüstet, das benötigte Verbandsmaterial wieder in dem "Erste Hilfe Kasten" ersetzt und aufgefüllt. Nun hatten die Hilfskräfte Zeit und Gelegenheit sich zu stärken.

Schon ging die nächste Meldung in der Leitstelle ein:

Absturz eines Sportflugzeuges bei den UTM-Koordinaten

3649700-5548280 !

Bei dem Absturz eines Sportflugzeuges an den angegebenen Koordinaten erlitt der Pilot diverse Verletzungen. Zudem kam es zu einigen Bränden. Der nächstgelegene Hydrant befand sich in ca. 400 Meter Entfernung von der Absturzstelle, so dass eine Wasserförderung über eine lange Wegstrecke aufgebaut werden musste.

Im Hinblick auf die Problematik mussten die Verletzungen des Piloten versorgt und die Löschmittelversorgung aufgebaut werden. Zum Einsatz kamen 2 TS8/8 so wie 4 B-Schläuche. Diese Gerätschaften wurden von Erwachsenen auf-, bedient und später wieder zurückgebaut. Und weil alles andere ausschließlich von den Jugendlichen auf- und wieder rückgebaut wurde, kamen ab Pumpe 2 ausschließlich C-Schläuche zum Einsatz.

 

Nach dem Verlasten auf den entsprechenden Fahrzeugen, rückten wir wieder ins Gerätehaus ein und es wurde eine Bereitschaftszeit festgelegt in der die Jugendliche spielen, lesen, essen oder ruhen konnten.

Im Hinblick auf die sehr hohe Waldbrandgefahr, haben wir uns dazu entschlossen auf offenes Feuer zu verzichten.

 

Spelen bei der Bereitschaft

Spielen wehrend der Bereitschafteszeiten

Einsatzkräfte beim Ruhen
     
Um 23:32 Uhr ging der nächste Alarm ein:
 

Verkehrsunfall auf einer belebten Strasse

Bob wurde beim Fahrradfahren von einem PKW erfasst und unter diesem eingeklemmt.
 
 
Nach Eintreffen am Unfallort mussten sich die Jugendlichen als Erstes um ihre eigene Sicherheit sorgen und die Unfallstelle absichern. Dann konnten sich einige Helfer um den Verletzten kümmern. Als klar war, wie schwerwiegend die Verletzungen waren, musste ein Notarzt verständigt und weitere Hilfskräfte angefordert werden. Dazu bauten die Helfer des THW einen POWER-MOON auf. Um nun Bob bergen zu können, kamen die Hebekissen wieder zum Einsatz. Jetzt konnte sich der eingetroffene Notarzt um Bob kümmern und ihn ins nächste Krankenhaus bringen lassen. So ist auch dieser Unfall dank der schnellen und fachmännischen Hilfeleistung unserer Nachwuchskräfte gut für Bob ausgegangen. Nach dem Verlasten auf den entsprechenden Fahrzeugen, konnte wieder "in die Wache" eingerückt werden.
     

4:06 Uhr

 

Feuer in der Nähe eines Gastankes direkt an der Mosel bei Fluss-Km 80,8

In der Nähe eines Gastankes ist ein Brand ausgebrochen und droht auf den Tank überzuspringen.

 

Bei dieser Übung soll ein provisorischer Wasserwerfer aufgebaut werden um den Tank zu kühlen. Wegen der widrigen Lichtverhältnisse muss auch der POWER-MOON wieder zum Einsatz kommen um die Einsatzstelle auszuleuchten.

     
Grppen
Klarmachen der Börgerpumpe
 

8:54 Uhr

Überflutung nach Starkregen

Durch Starkregen wurde die Kanalisation überlastet und mit Treibgut zugesetzt. Nun müssen tiefergelegene Teile des Dorfes leergepumpt werden, um ein weiteres Ansteigen der Pegel zu verhindern und ein Überfluten weiterer Keller und Wohnungen zu vermeiden. Dazu ist die mobile Schmutzwasserpumpe TYP FL 1036 des THW von der Firma BÖRGER die erste Wahl. Die Pumpe hat eine Nennförderleistung von 5000Litern/min und so war auch diese Katastrophe recht bald abgewendet.

     
Um 11:05 Uhr wurde die aktive Feuerwehr direkt mit alarmiert:  

Verkehrsunfall auf einer belebten Strasse!

 

Bob wurde von einem PKW erfasst und von diesem eingeklemmt. Zudem beginnt der Wagen zu brennen.

Wieder stand die Eigensicherung im Vordergrund und die richtige Reihenfolge der Rettungsaktion. Diese wurde als Abschlussübung mit der aktiven Feuerwehr zusammen durchgeführt, die den Jugendlichen lediglich helfend zur eite standen. Zuerst musste der Brand gelöscht werden. Zwischenzeitlich wurde der Notarzt verständigt. Nach dem Ablöschen konnte Bob geborgen und medizinisch versorgt werden. Mittlerweile fährt er wieder Fahrrad, allerdings nur noch mit Helm, Warnweste und mit Licht.

 
 

Zusammenfassung:

Gruppenbild mit Bob

Gruppenbild mit Bob

Bei dieser, wie bei allen anderen Übungen, wurde verstärkt auf die Eigensicherung geachtet. Dass man, obwohl man eventuell noch nicht richtig wach, oder schon wieder müde, oder vielleicht aufgeregt ist, immer zuerst auf die Eigensicherung achten muss!

Diese 24-Stundenübung ist eigentlich als "Plan-B" entstanden, weil wir in diesem Jahr aus organisatorischen Gründen nicht am Zeltlager des Kreisjugendfeuerwehrverband Cochem-Zell teilnehmen konnten. Jetzt wurde sie bei allen JUgendlichen und Betreuern, aber auch den Verantwortlichen der beiden Träger sehr positiv aufgenommen und war, nicht zuletzt durch das sehr schöne Wetter, ein voller Erfolg.

Bei dieser Übung konnten sich die Jugendliche der beiden Hilfsorganisationen und die Arbeit der jeweils anderen kennenlernen. Die Zusammenstellung der Trupps erfolgte per "Kartenziehen", um zu erreichen, dass Trupps zusammenarbeiten, die sich nicht kennen und sich trotzdem aufeinander verlassen müssen.

Durch meine Jahre lange Arbeit mit Jugendlichen, und speziell nach dieser Gemeinschaftsübung, habe ich von dieser Seite aus keine Angst vor der Zukunft. Die Bevölkerung kann auch in Zukunft auf eine schlagkräftige Truppe zählen. Vorrausgesetzt die entsprechenden Politiker bewilligen, wie bisher, die nötigen Mittel für die Ausbildungen und Ausrüstungen der Jungen und Mädchen von heute und den Einsatzkräften von morgen. Die "Keimlinge" sind gepflanzt. Nun beginnt die Hege und Pflege der Helfer der Zukunft.

 

Aber nicht zuletzt möchte ich auch den Vertretern der beiden Hilfsorganisationen, dem Wehrleiter der VG-Zell, Markus Morsch, dem Leiter des THW-Ortsverband Zell, Thorsten Treis, dem Ortsbürgermeister der Gemeinde Sankt Aldegund, Günter Treis, sowie dem Bürgermeister der VG-Zell, Karl-Heinz Simon danken, dass sie diese Übung unterstüzt haben, so dass sie stattfinden konnte. Danken möchte ich auch den beiden Betreuern des THW-Jugend Zell, Stephan Henrichs und Thorsten Hompes, der freundlicher weise auch sämtliche Bilder zur Verfügung gestellt hat. Mein besonderer Dank geht an meinen Feuerwehrkameraden Niko Treis, der mich von der Planung bis zur Ausführung der Übung tatkräftig unterstüzt hat.

Der Besuch der oben genannten Vertreter der Hilfsorganisationen und Politiker, so wie auch dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes des Landkreises Cochem-Zell, Karl-Heinz Beuren und der Staatssekretärin Heike Raab zeigt, dass bei ihnen die Arbeit mit, und in diesem Fall auch von Jugendlichen, einen hohen Stellenwert hat.

 

 

Grppenbild mit Bob Bergung des Waldarbeiters