Dritte 24-Stundenübung der Blaulichtjugend

 
 

Am 9. auf den 10. Juni fand die dritte 24-Stunden-Übung der Blaulichtjugend mit der Feuerwehr Sankt Aldegund und Technischem Hilfswerk Zell statt. Das Ausweichen des Dienstbeginns vom Samstag auf Freitag war nötig geworden, weil am Sonntag die Straßen wegen des Events „Happy Mosel“ gesperrt waren. So begann der Dienst unserer 16 Jugendlichen und 10 Betreuer um 18:00Uhr. Den Auftakt machte nach der Begrüßung durch die Leitenden, eine Stationsausbildung mit dem theoretischen Unterricht an verschiedenen Pumpen auf der einen, und „Erste Hilfe“ auf der anderen Station.

 
             

Nach einer Stärkung mittels Schnitzel und Bratkartoffeln, kam um 20:55 Uhr der erste Alarm des Tages: „Brand der alten Kirche“. Die Jugendfeuerwehr rückten aus und nach der Erkundung durch den Einsatzleiter, bauten die Einsatzkräfte den ersten Angriff auf. Ziemlich schnell wurde klar, dass das Löschwasser aus dem Hydranten nicht ausreichen würde das berühmte Gotteshaus aus dem 12. Jahrhundert in exponierter Höhenlage zu retten. So wurde das THW zum Aufbau einer zweiten Löschmittelversorgung aus der Mosel nachalarmiert.

 

Aufbau lange Wegstrecken

   
 
Aufbau prov. Zwischenbecken
Weil wir aus Rücksicht der Jugendlichen ausschließlich C-Schläuche verwenden wollten, hätte es zu Engpässen in der Löschmittelversorgung kommen können. So entschieden wir uns, ein provisorisches Auffangbecken aus 4 Leiterteilen und Plane zwischen zu schalten.
   

Im Folgenden bemerkte der Einsatzleiter, dass sich in einer der Stützmauern Steine lösten auf die Versorgungsleitung des zweiten Rohres fallen könnten. Darum wurde diese zurückgenommen und musste über einen anderen Weg wieder neu aufgebaut werden. So kamen insgesamt 32 C-Schläuche zum Einsatz, so dass jeder der Jugendlichen in den „Genuss“ kam einige davon wickeln zu dürfen.

   

Um 23:15 Uhr war auch dieser Brand gelöscht und nach dem Rückbau und Verlasten des eingesetzten Equipment, konnte in die Unterkunft eingerückt werden. Als Unterkunft dienten in diesem Jahr drei Mannschaftszelte des THW. in denen unsere 5 Mädchen nebst Betreuerin in einem, die 11 Jungs nebst Betreuer im anderen, und die Versorgung im dritten Zelt untergebracht waren.

 
   

 

1:05 UHR: „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“.
Nach dem Eintreffen der Hilfskräfte, am Unfallort, musste dieser ausgeleuchtet und das Fahrzeug angehoben werden, sodass die eingeklemmte Person unter dem Fahrzeug herausgezogen und ärztlich versorgt werden konnte. Nach dem Abbau und Verstauen, ging es in die Unterkunft.
     
    Löschmittelversorgung 2:30 UHR: „Brand eines PKW“
Der Einsatzort musste wieder ausgeleuchtet werden und parallel dazu wurde die Löschwasserversorgung aufgebaut. Zum Einsatz kam in diesem Fall Schaum. Der Umwelt zuliebe, kam natürlich Badeschaum zum Einsatz. So kamen die im Unterricht schon öfter erwähnten Geräte wie Zumischer und Schaumrohr in den praktischen Einsatz. Um 3:30 Uhr war das Fahrzeug gelöscht und wieder alles auf den entsprechenden Fahrzeugen eingeräumt.
Schaumangriff    
    Löschwasserversorgung
4:50 Uhr „Brand des Gemeindebauhofes“

Im Bauhof der Gemeinde Sankt Aldegund war ein Feuer ausgebrochen und musste von zwei Seiten angegriffen werden. Die Jugendliche der Feuerwehr hatte die Aufgabe das Löschwasser aus dem ca. 100 Meter entfernten Unterflurhydranten zu entnehmen und zur Vorderseite des Gebäudes zu befördern. Um aber auf die Rückseite der Halle zu gelangen, hätte man die Leitung durch den potentiellen Trümmerschatten legen müssen. Somit wurde entschieden, dass der Verteiler vor das Nachbargrundstück und die Leitung für das zweite Rohr um das Nachbarhaus herum gelegt werden sollte. Dazu musste der Schlauch aber eine Hecke überwinden, die nicht zu Schaden kommen durfte. Mit wenigen Handgriffen wurde eine Bockleiter gebaut, um den Schlauch darüber hinweg zu führen. (Es sollte verdeutlicht werden, dass man immer bedacht sein sollte möglichst wenig Schaden zu verursachen. Oft ist dieses auch mit einfachen Mitteln möglich). So konnte auch die Rückseite der Halle erreicht werden. Jetzt fiel dem Einsatzleiter auf, dass die Giebelwand einzustürzen drohte. Er alarmiert das THW, um diese abzustützen. Bis die Helfer vor Ort und die Stützen vorbereitet waren, konnte das Feuer bekämpft werden. So wurde ein Einstürzen der Wand erfolgreich verhindert. Einsatz beendet um 6:45 Uhr. Nach dem Einrücken in unserer „Zeltstadt“, konnten wir ein ausgiebiges Frühstück und anschließend etwas Ruhezeit genießen.
mit einer Bockleiter über eine Hecke

 


 
11:00 Uhr Personensuche
Ein Wanderer war von der „Josefshöhe“, einem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes, weggegangen und sollte längst an der Grillhütte „Heinrich Raulwingplatz“, als Zwischenziel angekommen sein. Da der Weg dorthin sehr schmal und durch den Regen des Vortages rutschig geworden war, bekamen die Helfer den Auftrag die Person zu suchen. Es wurden drei Trupps gebildet, die sich von den beiden Punkten und einem zusätzlichen Wanderweg, auf dem er sich hätte verlaufen können, dem Wanderer zu nähern. Nach einigen unwegsamen 100 Metern, wurde der Wanderer auf einer Bank sitzend gefunden. Er war abgerutscht und hatte sich eine Fraktur des rechten Oberschenkels, wie auch des linken Oberarmes, so wie Schürf- und Schnittwunden im Gesicht zugezogen. Nach der Erstversorgung durch die Einsatzkräfte, wurde er auf einer Trage zu einem Rettungspunkt getragen. Wie das in einem richtigen Einsatz auch vorkommen kann, knickte einer der Betreuer um und so musste auch er bis zum Sammelpunkt getragen werden.
   

Nach der Versorgung durch den "Notarzt", wurden die Helfer mit einer deftigen Mahlzeit aus der Feldküche ebenfalls versorgt.

 

Versorgung mit einer Feldküche

 
     

13:30 Uhr Abbau der Zeltstadt:
Anhaltender Starkregen ließ die Pegel der Mosel und deren Nebenflüsse, sowie der Bäche im Einzugsgebiet sehr stark ansteigen und es wurde ein Überfluten des Platzes befürchtet. Darum mussten die Zelte abgebaut und auf LKW verladen werden.

     
   
Evakuierung aus einem Dachfenster
 

16:30 Uhr: „Brand eines Gebäudes. “
In einem Gebäude in dem der „Jugendclub“ und der „Schiffsmodellbauclub“ untergebracht sind, war ein Brand ausgebrochen. Die Jugendfeuerwehr baute für den Innenangriff eine Leitung vom nächst gelegenen Hydranten auf und entdeckte bei der Erkundung eine reglose Person im oberen Stockwerk, die vermutlich eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte. Die Vitalfunktionen waren zwar vorhanden, die Person war aber nicht ansprechbar. Durch Umbaumaßnahmen war das Treppenhaus für die Benutzung mit einer Trage ungeeignet. Der Verletzte musste durch die Dachluke evakuiert werden. Zu dieser Absicht wurden die Kollegen des THW nachalarmiert, die drei Leiterteile zu einer schiefe Ebene zusammensteckten. So konnte der Verletzte aus dem 2.Stock verbracht werden.

   
             
   

Nach der anschließenden Abschlussbesprechung, bei der der anwesende VG-Bürgermeister SIMON, Ortsbürgermeister TREIS, sowie Vertreter der Feuerwehr (BEUREN) und des THW (TREIS), lobende Worte für den Ablauf, aber ganz besonders die Einsatzbereitschaft der Jugendlichen fanden, ging die dritte 24-Stundenübung bei strahlendem Sonnenschein zu Ende.

       
     
   
   
   
   
   


Einsatz von Löschschaum Ausleuchten der Unfallstelle